Jun 25, 2009

#7: Ulrich Polster

Freitag, 26. Juni 2009, 24:00 Uhr
BABYLON, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Großer Kinosaal
(Einritt frei | admission free)



»ANTONOV«
11:29 min, 1995, Video/Sound: Ulrich Polster
»FROST« 06:04 min, 200
2, Video/Sound: Ulrich Polster
»MISH.« 35:19 min, 2009, Video: Ulrich Polster, Sound: Christine Scherrer
»NOW TIME« (Trailer) 02:33, 2009, Video: Ulrich Polster, Sound: Christine Scherrer

Kälte der Farben, Sachlichkeit der narrativen Logik, Genauigkeit des Schnitts und großzügige, klare Anlage der Form. Ob in den nervösen, aggressiven Rauminstallationen oder in ruhigen, kraftvollen, mitunter altmeisterlich gefilmten Bildern, Ulrich Polster ist Purist. Die strenge Schönheit und einfache Gewalt gibt seinen Videoarbeiten eine dem Medium oft fernliegende Zeitlosigkeit. Den sozialen und kulturellen Clash im Gegenwartssystem inszeniert Ulrich Polster vergleichsweise gelassen mal als Drift und Dérive zwischen verschiedenen Momenten einer möglichen ästhetischen Erfahrung, mal in deutlichen, harten Bildern, deren Motive für sich sprechen, gut gewählt sind: Sture Esel stehen Bewegungslos in der Landschaft -- einem Mann wird der Boden unter den Füssen weggezogen -- Mann und Frau in ständigem Fall vom Stuhl - zwei Personen klopfen sich gegenseitig wie manisch auf die Schulter - eine geschlossene und eine offene Faust.

Alexander Koch in
Breaking the Clash, Januar 2005


Ulrich Polster wurde 1963 in Frankenberg in der ehemaligen DDR geboren. Er gehört zu jener Generation ostdeutscher Künstler, die den wirtschaftlichen, kulturellen und ästhetischen Bruch, der mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Öffnung dieses anderen Europas gen Westen einherging, ganz bewusst erlebt hat und bewältigen musste. Nach einer ersten Phase der Assimilation westlicher Ideen, nachdem sich die Flut des Neuen allmählich erschöpfte, gelang es dieser Generation, sich auf ihr eigenes ästhetisches Erbe zurückzubesinnen - eine Entwicklung, die ihnen heute einen völlig neuen Blick auf den visuellen Stoff der Gegenwart ermöglicht.

Stéphanie Katz in
Point de vue d’ici, par ailleurs
Über die Arbeit von Ulrich Polster